Hintergrund
 

 

 

Kenia

 Die Republik liegt an der Ostküste Afrikas auf Äquatorhöhe. Im Osten liegt der Indische Ozean mit der zweitgrössten Stadt Mombasa (0,5 Mio. Ew), im Westen der Viktoriasee mit der drittgrössten Stadt Kisumu (knapp 200000 Ew). Im zentralen Hochland liegt die Hauptstadt Nairobi (1,5 Mio Ew). Von Norden nach Süden durchzieht der Ostafrikanische Grabenbruch das Land und bildet viele Seen mit beeindruckender Tierwelt. Die Bevölkerung Kenias besteht zu 98% aus Afrikanern (ca. 40 Stämme), die übrigen Einwohner sind hauptsächlich Inder und dann Araber und Europäer.
Ein Drittel der Bevölkerung sind Christen (26% Katholiken) - in vielen Reiseführern findet man die Zahl zwei Drittel, vermutlich werden hier die vielen Sekten hinzugezählt.
Die Kirchen haben in den vergangenen Jahren immer wieder Menschenrechtsverletzungen und Korruption anzuprangern. Daher ist das Verhältnis zur Regierung nach wie vor gespannt.
Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft, die neben dem Tourismus (der jedoch rückläufig ist) die wichtigste Einkommensquelle ist. Allerdings konzentriert sich alles auf nur ca. 13% fruchtbaren Boden - das führt zu Landknappheit und Konflikten, Dürrezeiten und Katastrophen wie "El Nino" tun das ihre. So muss das Wenige möglichst gut genutzt werden und dabei hängt das meiste an den Frauen, denn Feldarbeit ist "Frauenarbeit".
 

Ein Kolping - Frauen - Projekt

Frauen in Kenia gelten als "Motor der Entwicklung". Wie kommt das? Wohl rührt es aus der gleichen Erkenntnis her, die Entwicklungsorganisationen sich neuerdings auf Frauenprojekte stützen lässt. Frauen gelten als verlässlicher - vor allem im Umgang mit dem Geld - und als zielstrebiger und motivierter. Die Motivation rührt daher, dass den Frauen die Not am nächsten geht, ihnen obliegt die Versorgung der Familie quasi völlig: Gross bringen der Kinder, Hausarbeit, Pflege kranker Familienmitglieder und besonders die Feldarbeit (denn um was kochen zu können, muss man etwas anbauen). Häufig stehen die Mütter dabei allein da, weil die Männer auf Arbeitsuche in den Städten sind und dort auch oft neue Beziehungen eingehen. Falls es überhaupt Arbeit gibt, ist die Frage wie viel des Lohnes zu Hause ankommt. Können die Landfrauen ihre Kinder und älteren Familienmitglieder vielleicht noch durch den eigenen Garten ernähren, so fehlt doch Bargeld für Schulgebühren oder Medizin. Das zwingt sie nun wieder, noch zusätzlich einen Job anzunehmen (z.B. als Hausmädchen) oder in die Prostitution als letzte Lösung. Welcher Kreislauf dann beginnt (Krankheit, Hunger, Waisen) ist leicht auszumalen. Bei all dem ist leider noch zu erwähnen, dass die Frauen in der Gesellschaft immer noch nicht gleichgestellt sind, was sich besonders in der Schulbildung und in Rechtsfragen auswirkt. Dies alles macht ihre Motivation deutlich: das Interesse, ihre und ihrer Kinder Lage zu verbessern - und Ideen dazu haben sie genug!

Kolping. In Köln im Jahre 1849 gründet Adolf Kolping, gelernter Schuster und später Priester, einen katholischen Gesellenverein. Mit diesem Verein wollte er der neuen Not der Handwerksburschen in den Städten zur der Zeit der Industrialisierung abhelfen. Das Zunftwesen war zusammengebrochen und die jungen Arbeiter hatten keine Heimat mehr im Hause eines Meisters. Der Zusammenschluss von Gleichgesinnten half Probleme zu bewältigen, die Jungen waren nicht mehr auf der Strasse und konnten sich fortbilden. Kolping ging davon aus, dass sozialer Wandel durch Veränderung des Menschen zu erreichen ist. Seine Idee verbreitete sich rasch, aus den Burschenvereinen wurden Kolpingfamilien (zu denen dann auch Frauen Zugang hatten). Diese "Familien" sind im Kolpingwerk miteinander verbunden - heute in über 50 Ländern der Welt. In unserem Pfarreiprojekt arbeiten wir mit dem Kenianischen Kolpingwerk zusammen, dessen Präses (geistliches Oberhaupt) uns seit langem persönlich bekannt ist und bereits vor drei Jahren einmal unsere Pfarrei besucht hat.

 

 

Seit Beginn des Projektes wird dieses auch begleitet von einer Gruppe von Frauen aus Aesch, Birmensdorf und Uitikon.
Pfarreianlässe und Spendenaktionen werden so gemeinsam koordiniert und Informationen in beide Richtungen weitergegeben.


Am 10. Mai 2002 konnte erstmals eine direkte Begegnung der Projektverantwortlichen von Kisumu und in unserer Pfarrei hergestellt werden. Zur Vorbereitung des Muttertags wurde die Partnerschaft zur lebendigen Gemeinschaft vor Ort.

 

 

 

Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an: webmaster@kath-birmensdorf.org
zuletzt bearbeitet: 08.01.2010 10:54:02